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Bioabfall

Zur Behandlung von getrennt erfassten Bioabfällen werden im biochemischen Verfahren Kompos­tierungs- und/oder Vergärungsanlagen eingesetzt. Ziel einer biologischen Behandlung von organischen Stoffen ist deren möglichst weitgehender, gezielt geführter mikrobieller Abbau. In Ab­hängigkeit des gewählten Verfahrens werden entweder stoffliche und/oder energetische Aspekte fokussiert. Den Behandlungsoptionen gemein ist eine weitgehende Desodorierung und Nutzung der Verwertungs­produkte als Düngemittel.

 

Aerobe Behandlung (Kompostierung): Organische Stoffe, die durch biogene Vorgänge entstanden sind, lassen sich auch durch biogene Umwandlungen wieder in ihre Ausgangsstoffe zerlegen. Diese natürlichen Vorgänge werden bei der Kompostierung genutzt und durch gezielte technische Maßnahmen unterstützt bzw. verstärkt. Am aeroben Stoffumsatz ist eine Vielzahl von verschiedenen, für den jeweiligen Zeitpunkt des Ab­baus charakteristischen Mikroorganismenpopulationen beteiligt. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Bedürfnisse an Nährstoffen, Temperatur, Wassergehalt, pH-Wert und O2-Gehalt.

 

Anaerobe Behandlung (Vergärung): Der anaerobe Stoffumsatz findet unter phasenweisem Ausschluss von Sauerstoff statt. Hierbei werden in vier Phasen hochmolekulare or­ganische Substanzen, wie z. B. Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße bzw. polymere Substrate, in Methan und andere Beiprodukte umgewandelt. Die vier aufeinanderfolgenden Phasen der anaeroben Verstoffwechselung sind durch jeweils unterschiedliche Gruppen von Mikroorganismen geprägt. Diese Mikroorganismen leben in einer Syntrophie, die stark aufeinander abgestimmt und aufeinander aufbauend ist. So sind die Mikroorganismen der letzten Phasen nur indirekt vom In­putmaterial abhängig. Das Inputmaterial wird bereits in der ersten Phase so umgesetzt, dass es durch Mikroorganismen der letzten beiden Stufen verstoffwechselt werden kann. In diesen bei­den Schritten der Acetogenese und der Methanogenese wird, bei entsprechend eingestellten Milieubedingungen Methan gebildet.